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AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS MITTELHESSEN
Alterstraumatologisches Zentrum

Paul-Zipp-Straße 171
35398 Gießen

(0641) 9606 - 3314

Geriatrie.EKM@agaplesion.de

Ihre Ansprechpartner
Dr. med. Christoph Gilbert

Dr. med. Christoph Gilbert

Kommissarische Leitung

 Marin Herceg

Marin Herceg

Sektionsleiter Geriatrie

Alterstraumatologisches Zentrum

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze und Verletzungen. Gleichzeitig kann die Knochendichte abnehmen (Osteoporose), sodass es bei einem Sturz leichter zu Knochenbrüchen kommt – häufig an der Wirbelsäule, der Hüfte oder am Oberschenkel.

Dank moderner, schonender Operationsverfahren können viele ältere Patient:innen heute bereits am Tag nach der Operation wieder aufstehen und das operierte Bein oder den betroffenen Körperbereich voll belasten. Eine frühzeitige Mobilisierung ist besonders wichtig, um Kraft und Selbstständigkeit zu erhalten.

Neben der operativen Behandlung spielen deshalb Physiotherapie, Ergotherapie und eine gezielte Sturzprophylaxe eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit unserer Medizinisch-Geriatrischen Klinik kümmern wir uns nicht nur um die Verletzung, sondern auch um mögliche Begleiterkrankungen und die Ursachen des Sturzes.

Unser Sozialdienst und Entlassmanagement unterstützen Sie bei Bedarf außerdem bei der Organisation einer Anschlussrehabilitation und der weiteren Versorgung zu Hause.

 

Ganzheitliche Behandlung unter einem Dach

Unser Ziel ist es, ältere Menschen nach einem Sturz möglichst schnell wieder mobil und selbstständig zu machen. Dafür arbeiten im alterstraumatologischen Zentrum die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Alterstraumatologie und die Medizinisch-Geriatrische Klinik eng zusammen.

Ältere Patient:innen – insbesondere ab dem 70. Lebensjahr – haben häufig mehrere Begleiterkrankungen. Hinzu können Einschränkungen der Beweglichkeit oder eine erhöhte Gebrechlichkeit kommen. Diese Faktoren können das Sturzrisiko erhöhen und den Heilungsverlauf beeinflussen.

Deshalb betrachten wir im alterstraumatologischen Zentrum nicht nur die Verletzung, sondern den Menschen als Ganzes.

 

Was ist bei älteren Patient:innen besonders zu beachten?

  • Osteoporose: Der Knochen ist häufig weniger belastbar. Deshalb kommen bei bestimmten Frakturen spezielle Operations- und Stabilisierungstechniken zum Einsatz.
  • Wundheilung: Veränderungen des Stoffwechsels, Mangelernährung oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus können die Wundheilung beeinträchtigen. Schonende Operationsverfahren und ein sorgfältiges Wundmanagement sind daher besonders wichtig.
  • Eingeschränkte Mobilität: Viele ältere Menschen sind bereits vor einem Unfall in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Eine frühzeitige und individuell angepasste Rehabilitation hilft dabei, Mobilität und Selbstständigkeit möglichst schnell wiederzugewinnen.


Unfallchirurgie und Altersmedizin arbeiten Hand in Hand

Die Besonderheit unseres alterstraumatologischen Zentrums liegt in der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche.

Unfallchirurg:innen kümmern sich um die fachgerechte Behandlung der Verletzung – beispielsweise von Brüchen an Armen, Beinen, Wirbelsäule oder Becken. Gleichzeitig untersuchen und behandeln die Altersmediziner:innen mögliche Begleiterkrankungen, etwa Herzrhythmusstörungen, Diabetes oder kognitive Einschränkungen.

Gemeinsame Visiten von Geriater:innen und Unfallchirurg:innen sowie Teamsitzungen mit allen Beteiligten Funktionsbereichen ermöglichen eine kontinuierliche Abstimmung der Behandlung. Bereits bei der Aufnahme werden die weiteren Behandlungsschritte gemeinsam geplant.

Auch die Ursachen des Sturzes werden berücksichtigt: Gab es Probleme mit dem Gleichgewicht? Eine Gangunsicherheit? Medikamente, Sehprobleme oder andere Faktoren, die einen Sturz begünstigt haben könnten? Wenn sich solche Risikofaktoren erkennen und behandeln lassen, kann das Risiko weiterer Stürze reduziert werden.
 

Selbstständigkeit erhalten und Pflegebedürftigkeit vermeiden

Ein Sturz kann für ältere Menschen einen tiefgreifenden Einschnitt in den Alltag bedeuten. Neben der eigentlichen Verletzung können beispielsweise Muskelabbau, Bewegungseinschränkungen oder vorübergehende Verwirrtheitszustände auftreten.

Unser gemeinsames Ziel ist deshalb, diese Folgen möglichst zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen. Physiotherapie und Ergotherapie sind von Beginn an feste Bestandteile der Behandlung. Durch die frühzeitige Mobilisierung sollen Kraft, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst erhalten bleiben.

Auch nach dem Krankenhausaufenthalt lassen wir Sie nicht allein: Bei Bedarf unterstützen unser Sozialdienst und das Entlassmanagement bei der Organisation einer Rehabilitation sowie der weiteren Versorgung im häuslichen Umfeld.
 

Gemeinsam zurück in den Alltag

Im alterstraumatologischen Zentrum arbeiten Ärzt:innen, Pflegekräfte und Therapeut:innen eng zusammen. Durch die Verbindung von Unfallchirurgie und Altersmedizin können wir die Verletzung gezielt behandeln und gleichzeitig die individuellen Bedürfnisse und gesundheitlichen Besonderheiten älterer Patient:innen berücksichtigen.

Unser gemeinsames Ziel: Wir möchten Sie nach einem Sturz möglichst schnell wieder mobil machen, Ihre Selbstständigkeit erhalten und Ihnen die Rückkehr in Ihren Alltag ermöglichen.

Zertifikat

AltersTraumaZentrum DGU

Unser Alterstraumatologisches Zentrum wurde von unseren Fachabteilungen Geriatrie (Altersmedizin) und der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie etabliert und ist gemäß den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie erfolgreich als AltersTraumaZentrum DGU zertifiziert.